Mitteilungen

NÖN. St.  Pölten Ausgabe Nr. 7 vom 11.02.2020

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„Schule muss auch  anders gehen“

Neues Konzept. Pädagogin gibt System schlechte Noten. In St. Pölten will sie eine Schule nach ihren Ideen gründen. Such nach Träger läuft.

Von Lisa Röhrer und Renate Hinterndorfer

ST. Pölten. 50-Minuten-Einheiten, Frontalunterricht und zu wenig Zusammenarbeit zwischen Schülern, Lehrern und Eltern. Als Manuela  Bittgen nach ihrem Lehramtsstudium in den Alltag als Pädagogin startete, merkte sie, wie wenig  sie mit dem herrschenden System Schule anfangen kann:  „Ich habe das Unterrichtspraktikum gemacht, gesehen wie die Lehrer von Klasse zu Klasse hetzen und mir dann gedacht: Schule muss auch anders gehen.“ Dass will sie nun in oder nahe St. Pölten mit einem vierköpfigen Team beweisen: In den vergangenen Jahren entwickelte Bittgen  das Konzept  für ihre „Gemeinschaftsschule Metamorphose“. Bei einem Info-Abend in der FH wurde das Konzept mit der  ehemaligen Bildungsministerin Sonja Hammerschmid als prominenteste Unterstützerin vorgestellt. Die Grundidee ist, nach der Volksschule eine Schule für alle zu errichten, die man am Ende mit der Matura abschließt. Bittgen setzt auf das Stärken von Stärken und selbständiges Arbeiten mit Mentoren statt Lehrern. Mit den Fächern „Verantwortung“ und „Herausforderung“ sollen die Schüler zudem ermutigt werden, Entscheidungen zu treffen und dafür geradezustehen. Geplant ist die Bildungsstätte als Ganztagsschule. Die Beurteilung wird nicht nur auf Ziffernnoten basieren. Sie wird sich aus einem Morphbuch,in dem die Schüler das Erarbeitete dokumentieren, Zertifikaten und dem Zeugnis zusammensetzen. Damit dieses Konzept Realität wird, wurde nun eine Petition gestartet, in der die Umsetzung der Gemeinschaftsschule als weiterführende höhere öffentliche Schule gefordert wird. „Wir hören von allen Seiten, wie toll unser Projekt ist, aber bis zum heutigen Tag hat kein Entscheidungsträger den Mut gefasst, es auch in die Tat umzusetzen“, heißt es vom Projekt-Team. Die Stadt St. Pölten ist derzeit kein möglicher Träger: „Es wurde festgestellt, dass die Stadt keine Trägerschaft dieser angedachten Schule übernehmen wird“, heißt es aus dem Rathaus. Betont wird aber, dass man das Team, wenn es um Beratung rund um die Erlangung erforderlicher Genehmigungen geht, unterstützen möchte. Als Standort kommen für Bittgen auch Kirchstetten und Purkersdorf in Frage. Gespräche mit Vertretern aus dem Bildungsbereich laufen, Zuständigkeiten mit Land und Bund werden geklärt.

NÖN. Neulengbach Ausgabe Nr. 7 vom 11.02.2020

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„Petition für neue Schule gestartet“

Alternatives Bildungsangebot – Initiatoren wollen Druck für Verwirklichung ihres Projektes erhöhen.

Von Renate Hinterdorfer

Kirchstetten. „Echte Veränderung passiert nur dann, wenn sich Menschen zusammenschließen und aufstehen für das, woran sie glauben.“ Das ist die Überzeugung von Manuela  Bittgen aus Kirchstetten. Sie möchte mit einem kleinen Team das Projekt „Gemeinschaftsschule Metamorphose“ mit sozialem Schwerpunkt realisieren. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass die Schülerinnen und Schüler sich selbständig Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in einer vertrauensvollen Lernumgebung aneignen. Sie lernen im eigenen Tempo, entdecken ihre eigenen Stärken. Wir wollen die Schüler dazu ermutigen Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen“, fasst Bittgen zusammen. Jetzt wurde eine Petition gestartet, in der die Umsetzung der Gemeinschaftsschule als weiterführende, höhere, öffentliche Schule gefordert wird. „Wir hören von allen Seiten, wie toll unser Projekt ist, aber bis zum heutigen Tag hat kein Entscheidungsträger den Mut gefasst, dieses Projekt auch in die Tat umzusetzen. Wir brauchen somit die Unterstützung der Bevölkerung, damit sich in der Bildungslandschaft endlich etwas verändert und Neuerungen zugelassen werden“, heißt es seitens des Projektteams. Die Petition richtet sich an Bildungsminister Heinz Faßmann, die Bildungsdirektion Niederösterreich und Gemeinden in Niederösterreich. An die  300 Personen haben die Petition bis jetzt unterschrieben. 2000 Menschen hätten Interesse an der  speziellen Schulform, sagt  Manuela Bittgen. Als Standort würde Kirchstetten oder St. Pölten in Frage kommen. „Purkersdorf ist auch im Gespräch“, sagt Manuela Bittgen. Sie führt Gespräche mit verschiedenen Vertretern aus dem Bildungsbereich, zum Beispiel auch mit der ehemaligen Bildungsministerin Sonja Hammerschmid.

NÖN. Ausgabe Nr.9 vom 26.02.2019

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„Debatte um Schule“

Neue Entwicklung – Gemeinderat hat Konzept mehrheitlich abgelehnt, ärgert sich Initiatorin. Mittlerweile gab es aber weitere Gespräche.

Von Renate Hinterndorfer

Kirchstetten. Enttäuscht von der VP zeigte sich Manuela Bittgen nach der Gemeinderatssitzung. Sie will wie berichtet eine Gemeinschaftsschule für Kinder von 10 bis 18 Jahren realisieren. Dass das Projekt im Gemeinderat unter Ausschuss der Öffentlichkeit behandelt und dann gleich abgelehnt wurde, ärgert Bittgen. Bürgermeister Paul Horsak erklärt, dass er den Punkt im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung angesiedelt habe, um allen Mandataren freien Raum zur Diskussion zu geben. Horsak berichtet: „Der Gemeinderat hat das Konzept in der Form mehrheitlich abgelehnt.“ Hauptgründe dafür seien, dass die Gemeinde kein passendes Grundstück habe und die Kosten zu hoch seien. SP-Obmann Alfred Spiegl kann die Entscheidung nicht nachvollziehen: „So eine Schule wäre für Kirchstetten bildungspolitisch die Chance zwischen Neulengbach und Böheimkirchen. Das wäre eine Riesenaufwertung und die Mehrheit sagt Nein.“ Die Kirchstettener VP sei nicht gesprächsbereit, kritisiert Spiegl: „Das finde ich demokratiepolitisch nicht in Ordnung. Es gibt viele Befürworter des Projekts, auch aus ÖVP-Reihen.“ Zweimal wurde das Konzept für die neue Schule in Kirchstetten bereits präsentiert. Das Interesse sei groß, sagt Initiatorin Manuela Bittgen: „Ich bekomme von allen Seiten Zustimmung. Die Resonanz der Eltern ist ein Wahnsinn. Momentan haben wir 45 bis 50 Eltern, die Interesse bekundet haben. Auch Lehrerinnen schreiben mir schon.“ Sponsoren für ihr Projekt hätte sie schon an der Hand, betont Bittgen. Die Pädagogin gibt jedenfalls nicht auf und sucht weiter das Gespräch. „Uns geht es ja nicht darum, dass die Gemeinde gleich Ja sagt, sondern darum, das Projekt gemeinsam weiterzuentwickeln.“

Manuela Bittgen, Nathalie Kremnitzer und Alfred Spiegl hatten mittlerweile ein Gespräch mit dem Böheimkirchner Bürgermeister Johann Hell und dem Bildungsbeauftragten Thomas Lechner. „Wir haben durch dieses Gespräch erfahren, dass unser Schulversuch durch den Bund finanziert werden müsste, weil es sich um eine weiterführende Schule mit Oberstufe handelt. Dies war uns bis jetzt nicht ganz klar, weil wir davon ausgegangen sind, dass eine Gemeinde die Trägerschaft übernehmen muss.“ Auch mit dem neuen Kirchstettener Vizebürgermeister Josef Friedl hatte die Pädagogin noch ein Gespräch: „Dabei wurden einige Missverständnisse geklärt“, freut sich Bittgen. Sie habe Friedl mitteilen können, dass bezüglich des Projekts der Bund als Träger auftritt, wodurch der Gemeinde Kirchstetten keine gravierenden Kosten entstehen würden. Für Josef Friedl ist klar: „Wenn neue Fakten auf dem Tisch liegen, wenn es ein anderes Finanzierungskonzept gibt, können wir gerne weiterreden.“

Zum Schulprojekt: Manuela Bittgen hat gemeinsam mit vier Kolleginnen beschlossen, eine neue Unterrichtsform unter dem Titel „Schule im Aufbruch“ anzubieten. Bei dem Schulversuch geht es um eine Gemeinschaftsschule für Kinder von 10 bis 18 Jahren. Vorbild ist die Evangelische Schule Berlin Zentrum. Es gibt Projektarbeit, Lernbüros und fächerübergreifenden Unterricht.

NÖN. Ausgabe Nr. 6 vom 5.02.2019

https://m.noen.at/neulengbach/kirchstetten-konzept-der-neuen-schule-kommt-gut-an-kirchstetten-gemeinschaftsschule-manuela-bittgen-134782534?fbclid=IwAR2EOivNW6hBqJTZHbcF1Hj2C47auaDBbSF7OHg-vSSxYHMUQXl6sefy-4w


„Konzept der neuen Schule kommt gut an“

Initative –  Infoabend war gut besucht. Nächster Schritt ist Diskussion im Gemeinderat und Projekt-Präsentation beim Landesschulrat.

Von Beate Riedl

Kirchstetten. „Der Andrang war riesig. Alle Besucher fanden unser Konzept gut“, strahlt Manuela Bittgen, die mit ihrem Team das Projekt Gemeinschaftsschule für Kinder von 10 bis 18 Jahren in Kirchstetten umsetzen möchte (die NÖN berichtete). Erneut wurde das Vorhaben im Sitzungssaal der Gemeinde der Bevölkerung und dem Gemeinderat präsentiert. Die Resonanz war laut Bittgen durchwegs positiv. „Interessierte waren nicht nur aus Kirchstetten, sondern von Neulengbach bis St. Pölten da.“ Beeindruckt von der Idee zeigte sich auch VP-Bürgermeister Paul Horsak: „Das ist ein interessantes Projekt, gänzlich anders als herkömmliche Bildungsinstitutionen.“

Das Konzept für die Schule nach dem Vorbild der Evangelischen Schule in Berlin – wurde bereits an das Ministerium und den Landesschulrat geschickt, damit sich Verantwortliche ein erstes Bild machen können. „Als nächsten Schritt werden wir für eine Präsentation Kontakt aufnehmen“, blickt Manuela Bittgen in die nahe Zukunft. Los gehen könnte es – wenn alles gut laufe – im September 2020. Als Standort für die Schule könnte sie sich den Sportplatz beim Bauhof vorstellen. „Da sind der Bahnhof und auch eine Bushaltestelle in der Nähe“, erklärt Bittgen. Es habe aber auch schon Gespräche mit Bauern gegeben, „auch da gibt es mehrere Möglichkeiten.“ Bei der Frage der Finanzierung des Projektes – rund 900.000 Euro werden dafür geschätzt – setzt Bittgen auf Sponsoren, Förderungen und auf die Beteiligung der Gemeinden.

Für den Bürgermeister Paul Horsak stellt sich nun die Frage der Finanzierung und der Anerkennung. „Wir werden als nächsten Schritt im Gemeinderat darüber beraten. Den Standort und die finanziellen Möglichkeiten muss man sich erst anschauen.“